Und Gott-sei-Dank, dass es Mohamed El-Erian (und Pimco) gibt!

“Der größte private Bondinvestor Pimco rät der Euro-Gruppe zum Rauswurf großer Schuldensünder wie Griechenland. Hellas habe ‘zu viele Schulden und ist nicht wettbewerbsfähig genug’, sagte der Chef der Allianz-Tochter, Mohamed El-Erian, der Nachrichtenagentur Bloomberg. ‘Es ist schwer vorstellbar, dass Griechenland diese Probleme als Mitglied der Euro-Zone bewältigen kann.’ (FTD)”.
Wunderbare destruktive Aussage von Mohamed El-Erian! Und wo ist sein konstruktiver Vorschlag?
Mit der jetzigen Eurostruktur (u. a. vollkommene Freiheit von Güter- und Kapitalverkehr) kann ein Land wie Griechenland es natürlich nicht schaffen. Da müssten aus den Griechen schon Deutsche werden und das ist weder möglich noch erstrebenswert.
Die Produktivität der griechischen Wirtschaft ist Lichtjahre niedriger als jene von Deutschland, mit der jetzigen Euro-Struktur steht jedoch Griechenland voll im Mitbewerb mit Deutschland. Das kann nur dazu führen, dass Griechenland lieber (billige) deutsche Produkte importiert als sie selbst (teuer) herzustellen. Und das funktioniert auch hervorragend, solange man Griechenland das Geld gibt (schenkt), dies zu tun.
Ist es wirklich so, dass Griechenland mit dem Euro diese strukturelle Schwäche nicht überwinden kann? Wenn man an der Euro-Struktur nichts ändert, dann wird es so sein.
Man kann aber auch (vorübergehend) Sonderregelungen für ein Land wie Griechenland einführen, die es Griechenland ermöglichen, mit dem Euro eine Situation zu simulieren, als wäre es zur Drachme zurückgekehrt.
Wenn man Importe via Sonderabgaben insgesamt um 30-50% teurer macht, dann hat das den gleichen Effekt, als würde man zur Drachme zurückkehren und 30-50% abwerten.
Wenn man Kontrollen auf den legalen Abluss von Kapital (Kapitalflucht) einführt, dann hätte dies denselben Effekt wie eine Rückkehr zur Drachme: würde man zur Drachme zurückkehren, dann gäbe es keinen Zugang zu Devisen mehr, um diese Kapitalflucht zu ermöglichen (weil die Devisen nicht vorhanden wären).
Würde man Freihandelszonen einrichten, in denen Investoren losgelöst von den derzeitigen Rahmenbedingungen einfach so produzieren können, wie sie international wettbewerbsfähig sind (d. h. viel biller), dann hätte das einen ähnlichen Effekt wie die Rückkehr zur Drachme (weil dann Griechenland wieder billiger und wettbewerbsfähig wäre).
Das einzige Problem dabei: alle diese Massnahmen würden bestehendes EU-Recht verletzen. Aber wer sagt denn, dass man bestehendes EU-Recht nicht abändern kann, zumindest vorübergehend, wenn eine solche Abänderung dazu führen könnte, aus einer Problemwirtschaft eine wertschöpfende Wirtschaft zu machen?
Natürlich, wenn man glaubt, dass die “Nichtstuer aus dem Süden” genetisch faul sind und nie und nimmer bereit wären, hart zu arbeiten, dann hilft alles nichts. Dann wäre in der Tat der “Rausschmiss” aus Euroland die sinnvollste Alternative für Euroland (und auch für Griechenland!).
Die Fakten betätigen dieses Voruteil nicht. Man erinnere sich an griechische Gastarbeiter in Deutschland und Österreich. Vorbildliche, fleissige Arbeiter; vorbildliches Familienleben; und große Opferbereitschaft, damit es ihren Kindern einmal besser gehen würde.
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